Bronzekunst

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Das größte Projekt der bekannten Bronzekunst überhaupt ist jedoch das Grabmal für Kaiser Maximilian I. in Innsbruck, welches 1509 begonnen, aber nie vollendet wurde. Dieses Grabmal (mit zahlreichen Bronzefiguren) hatte der Monarch, der 1519 starb, selbst bereits in Auftrag gegeben. Es enthält Figuren, die von Albrecht Dürer (1471-1528) und Peter Vischer dem Älteren (1460-1529) entworfen wurden. Sein Enkel Ferdinand I. ließ es nach seinem Tod in der Hofkirche zu Innsbruck aufstellen; es ist ein Kenotaph (Grabmal ohne Grab) geblieben.

Deutscher Meister dieser Kunst war noch weiterhin z. B. A. De Vries (1550-1626). Für den Klassizismus (1750 bis 1850) sind L. Schwanthaler (1802-1848), G. Schadow (1764-1850), C. D Rauch, F. Zauner, A. Rodin, A. Maillol als Künstler zu nennen – die Moderne kennt M. Marini (1901-1980, Italien) und H. Moore (1898-1986, England) als Erben mittelalterlicher Bronzekunst.

Dieser Text reißt nur sehr skizzenhaft ab, wer das, was wir heute als Bronzeskulptur wahrnehmen, über die Jahrhunderte hinweg geprägt hat. Es ist allerdings wichtig, Namen, Jahreszahlen und Epochen in der richtigen Reihenfolge zu benennen. Eines ist jedoch allen Künstlern außerhalb der Moderne gemeinsam – sie ästhetisieren. Will heißen: Auf der Suche nach dem “absolut Guten”, dem auch humanistischen Humanitäts-Ideal stellte man den idealen, symmetrischen, gesunden, “schönen” Menschen dar.

Damit hörte Auguste Rodin (1840-1917) völlig auf und war somit maßgeblich an der Moderne in der Skulpturengeschichte beteiligt – er begründete und forcierte das, was in der Literatur- und Musikgeschichte als “Expressionismus” Schule machte. Nämlich: Der Mensch selbst tritt auf die Bühne des Lebens mit geprägtem Gesicht, mit krankheitsbeladener Körperhaltung, mit schlecht frisiertem Haupthaar – kurzum: alles Existierende ist real und nicht ideal. Genau so, gebückt, gekrümmt, mit Haarmähne stellte Rodin seine Bronzeskulptur “Balzac” im Jahre 1898 vor. Nämlich als “geschunden” durch die Industrialisierung, als vergänglich, als Augenblick tragischer Existenz. Nach diesem Grundprinzip wurde – wieder hier nicht näher ausgeführt – auch Rodins weiteres Schaffen bestimmt und vor allem das seiner Schüler, die davon abrückten, Welt zu idealisieren. Zu vergleichen mit moderner Musik, die Geräusche imitiert, statt Harmonien komponiert.

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